Virtual Minds übernimmt The ADEX; plista 2017 auf Expansionskurs

ExchangeWire bündelt die wichtigsten Nachrichten aus der Region DACH mit Schlaglicht-Interviews aus der deutschsprachigen Programmatic-Szene. Diese Woche: Virtual Minds übernimmt The ADEX; Expansionspläne bei plista; Visoon und smartclip kooperieren für Addressable TV; Deutschland bei Mobile Programmatic die Nummer 2 in Europa; und Fünf Fragen an Patrick Kollmann, AddApptr.

Virtual Minds übernimmt The ADEX

Virtual Minds wird eine Full-Stack-Lösung. Nach der SSP Yieldlab und der DSP Active Agent, sowie dem Adserver ADITION und Beteiligungen an Video-Technologie-Dienstleister mov. ad und dem Adverification-Anbieter batch hat sich Virtual Minds nun eine DMP zugelegt. Dank der The ADEX-Akquisition hat das Tech-Unternehmen aus Freiburg nunmehr die gesamte Palette an programmatischen Dienstleistungen im Programm. Das Endziel: Wachstum.

Letzeres dürfte auch auf The ADEX zutreffen. „Unser Ziel ist es, die DMP in einem soliden und nachhaltigen Umfeld zur besten Lösung für Data Management in Europa zu entwickeln”, so Dino Bongartz, CEO und Gründer, The ADEX. „Für uns ist der ideale Ansatz, die DMP sowohl als Standalone-Technologie anbieten zu können, aber auch Teil eines ganzheitlichen Angebots zu sein. Dazu haben wir jetzt optimale Rahmenbedingungen.“

Virtual Minds kündigte bereits an, die Weiterentwicklung der DMP finanziell voranzutreiben. Denn Data Management sei eines der zentralen Themen im digitalen Marketing und Mediageschäft und werde in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen, so die Überlegung von Virtual Minds.

„Mit der Übernahme von The ADEX können wir sicherstellen, dass The ADEX seine Position als führendes Data-Management-Angebot weiter ausbauen kann und der Full-Tech-Stack von Virtual Minds in diesem Bereich auch künftig bestens ausgestattet ist”, erklärt Vorstandsmitglied Andreas Kleiser, Virtual Minds.

Außerdem gehe es um das eigene Wachstum und einen speziell auf Deutschland ausgerichteten Ansatz:„Die Integration von The ADEX in die virtual minds Gruppe ist eine wichtige Weichenstellung für unseren ambitionierten Wachstumskurs. Und sie unterstreicht unseren Anspruch, Werbetreibenden, Agenturen und Publishern bzw. Vermarktern eine Technologie- und Lösungs-Alternative gerade zu den US-amerikanischen Playern bieten, die optimal auf ihre jeweiligen Bedürfnisse ausgerichtet ist und ihnen maximale Qualität und Transparenz für ihr Mediageschäft bietet.“

Die finanziellen Details der Transaktion wurden bisher noch nicht enthüllt.

plista plant weitere Expansion nach LATAM und APAC

Das Jahr 2016 ist für plista gut gelaufen. 2017 will die Werbeplattform nun die Expansion weitertreiben. Auf dem Plan: mehr Aktivitäten in Mittel- und Südamerika und Hong Kong.

Bereits 12 neue Märkte wurden 2016 erschlossen – mindestens acht neue Märkte sollen dieses Jahr folgen, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. „Die technologische Weiterentwicklung unserer Produkte steht dabei weiterhin im Fokus, um unsere Rolle als Pionier im Native Advertising weiter zu festigen“, sagt Jana Kusick, Global Managing Director, plista.

Dazu holt sich plista einen zweiten Geschäftsführer an Bord. Stefan Klimek verantwortet als Global VP Finance, HR & Commercial in Zukunft gemeinsam mit Kusick die strategische Führung von plista.

Nachdem im vergangenen Herbst der Spiegel als Kunde bei plista abgesprungen war, kann das Unternehmen jedoch für 2017 die Fortsetzung der Partnerschaften mit den Medienpartnern DuMont, Frankfurter Allgemeine und ntv bekanntgeben.

Visoon Video Impact und smartclip starten Addressable TV

Bewegtbildvermarkter Visoon Video Impact und smartclip arbeiten für Addressable TV zusammen und bringen die Kampagnen für das lineare Fernsehen nun auf die Ad Server.

Vom kommenden Februar an wird Werbung bei Sendern wie Comedy Central, MTV, N24 und Viva adserverbasiert ausgeliefert. Dazu stellt smartclip Visoon Video Impact die Infrastruktur der Addressable TV-Plattform zur Verfügung.

Für die Werbekunden von Visoon eröffnen sich dadurch nun digitale Werbeaussteuerungstechniken wie Targeting und Frequency Capping, die sich positiv auf den ROI auswirken sollen. Mit Hilfe des HbbTV-Standards lassen sich Zuschauer über internetfähige Fernsehgeräte individualisiert ansprechen.

Deutschland europäische Nummer 2 in Mobile Programmatic

Wenn es um Mobile Programmatic geht, zeigt sich in Europa bisher noch ein disparates Bild. Vorreiter ist und bleibt Großbritannien, wo bereits fast drei Viertel der Werbeumsätze programmatisch erzielt wird.

Doch Deutschland holt auf. Das stellt YOC jetzt in seinem nicht-repräsentativen Trendreport fest, der sich zwar ausschließlich auf den Medienhandel des mobilen Vermarkters bezieht, aber einige allgemeine Schlüsse zulässt.

So liegt deutsche Markt laut YOC bezüglich der programmatisch generierten Umsätze in Europa auf dem zweiten Platz. Hierzulande beläuft sich der Anteil des automatisiert gehandelten Inventars auf ein Drittel des Gesamtumsatzes – ein Trend, der sich im Ad Spend widerspiegelt. „Die Unsicherheiten gegenüber dem automatisierten Vertriebsweg haben im vergangenen Jahr spürbar abgenommen”, so Jan Gräwen, Country Manager, YOC Germany.

In Österreich dagegen sind vor allem Direct Deals beliebt: Der Großteil der YOC-Umsätze werden direkt ausgehandelt. Das Potenzial für den automatisierten Handel sei jedoch deutlich erkennbar.

Fünf Fragen an Patrick Kollmann, Geschäftsführer, AddApptr

AddApptr ist seit 2012 im Geschäft – hat sich das Konzept der Meta-SDK in Deutschland bewährt?

Gerade für große App-Publisher und Medien-Unternehmen hat sich das unser AddApptr SDK voll bewährt. Es ist allein in Deutschland bereits in mehreren hundert Apps integriert, darunter die reichweitenstärksten Apps im Bereich News, Wetter und Sport.

Wie steht es aus eurer Sicht mit In-App-Advertising? Ist dieses immer noch von Gaming-Unternehmen dominiert und nehmen hier die Werbeaktivitäten von Nicht-Gaming-Unternehmen zu?

Gaming und App-Installs spielen immer noch eine große Rolle im Mobile Advertising. Wir sehen aber einen eindeutigen Anstieg im Brand Advertising. In den letzten 18 Monaten haben wir auch deutlich mehr E-Commerce Kampagnen ausgeliefert. Die großen E-Commerce-Anbieter haben mittlerweile Wege gefunden, In-App-Kunden zu gewinnen, was sich sehr deutlich an den höheren Mobile Budgets dieser Unternehmen zeigt.

Habt ihr Zahlen, wie sich die Integration eures SDK auf die CPMs auswirkt?

Jede App ist anders, aber generell wollen wir neuen Kunden einen CPM-Uplift von 30-50% Prozent bringen. Ein wichtiger Faktor ist auch die Fillrate, die bei AddApptr sehr hoch ist.

Neben Deutschland wart ihr bisher auch in Frankreich aktiv. Nun geht ihr den UK-Markt an. Wieso gerade dort?

Wir haben mittlerweile Standorte in Deutschland, Frankreich, UK und Polen. In Deutschland und Frankreich sind wir bereits etabliert, UK und auch Polen sind neue Märkte für uns. Beide Länder sind große europäische Consumer-Märkte und schon deshalb interessant. Insbesondere UK als führender Mobile-Markt Europas ist aus Advertising Sicht natürlich spannend.

Was steht 2017 für AddApptr auf dem Plan?

Für 2017 gibt es Pläne auf der Produktseite. Hier stehen Video Advertising und Native Ad Formate im Vordergrund. Neben dem Ausbau des Geschäfts in UK und Polen planen wir für 2017 zudem eine Expansion in die USA.

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