Eigener Ad Blocker für Google?; Oracle kauft Moat

ExchangeWire bündelt die wichtigsten Nachrichten aus der Region DACH aus der deutschsprachigen Programmatic-Szene. Diese Woche: Eigener Ad Blocker für Google; Oracle kauft Moat; Adyoulike kooperiert mit Sizmek; und Data als größte Herausforderung.

Google interessiert sich für eigene Ad-Blocking-Lösung

Für ein Unternehmen, das sein Geld mit Werbung verdient, klingt es wohl eher wie ein Widerspruch: Laut Wall Street Journal denkt Google derzeit über die Einrichtung von einer eigenen Ad Blocker-Funktionalität in seine Chrome-Browser nach. Geplant sowohl für die Desktop- als auch die mobile Chrome-Version, soll der Google-Anzeigenblocker im Browser integriert sein und standardmäßig nicht-akzeptable Anzeigen ausfiltern können.

Der Vorteil einer nativen Lösung: Mit einem eigenen Anzeigenblocker könnte Google sein Geschäftsmodell stützen, indem eigene Definitionen für Anzeigenfilter eingesetzt werden. Anstatt beispielsweise einzelne Anzeigen zu blockieren, könnten unter anderem die “üblichen Verdächtigen” aufgelistet oder ganze Webseiten statt einzelner Anzeigen blockiert werden. Dies würde Google weiterhin die Kontrolle über die meisten Anzeigen lassen, solange die Mehrzahl der User die Nutzung von Ad-Blockern von Drittanbietern wie Adblock Plus vermeidet. Bonus: Google kann sich sparen, Adblock Plus-Entwickler Eyeo für das Whitelisting von Google-Anzeigen einen Obolus zu bezahlen.

Spekulationen zufolge will Google seinen Ad Blocker an die Standards der Coalition for Better Ads anlehnen. Der neue Google Ad Blocker könnte bereits in den nächsten Monaten gelauncht werden. Zu den Spekulationen hat sich das Unternehmen jedoch bisher noch nicht geäußert.

Oracle übernimmt Moat

In der Vergangenheit hat Oracle bereits seine digitalen Werbebemühungen dank Akquisitionen von BlueKai und Virtrue verstärkt. Jetzt kauft sich das Unternehmen seine eigene Ad-Verifikationstechnologie: Oracle hat gerade die Übernahme von Moat angekündigt. Für den noch nicht abgeschlossenen Deal veranschlagen Industrie-Insider einen Kaufpreis von USD$ 850 Millionen.

Mit der Übernahme von Moat hofft Oracle, Daten in seine Cloud zu integrieren und den Kunden “bessere Medienerlebnisse und Geschäftsergebnisse” bieten zu können. Moat soll jedoch unabhängig bleiben und weiterhin seine Dienste für die bisherigen Kunden zur Verfügung stellen, sagt Oracle.

“Moat hat im vergangenen Jahr sein Attention-Analytics-Geschäft um über 100% verbessert und bietet praktisch umsetzbare Erkenntnisse rund um Viewability, Markenschutz, Non-human Traffic und Anzeigen-Creative für über 600 Publisher-, Marken- und Agenturkunden”, so Eric Roza, SVP und GM von Oracle Data Cloud. “Mit der Moet-Akquisition bietet Oracle Data Cloud Marken und Verlagen eine komplette Palette an Targeting- und Messlösungen an. Damit kann das Ergebnis praktisch jeder Art von digitaler Werbekampagne verbessert werden.”

Studie: Data als größte Herausforderung

Eine zweiteilige Studie von Kantar Media stellt die Einstellungen der Verbraucher zu Werbung sowie die Herausforderungen, die digitale Werbung an Marken, Verlage und die Werbebranche insgesamt stellt.

Laut der “Dimension”-Studie ist Data die größte Herausforderung: Die Studie hebt in diesem Zusammenhang den aktuellen Mangel an Metriken hervor, die Marken und Werbetreibenden für eine genaue Einschätzung ihrer Medienwirkung und Werbewirksamkeit brauchen. So gebe es Schwierigkeiten beim verlässlichen Tracken und Messen der Performance auf diversen Channels.

Anna Reeves, CMO, Kantar Media: “Ohne genaue und vergleichbare Daten wird die Werbeindustrie immer weniger effektive Ergebnisse für die Verbraucher und damit suboptimale Kampagnen für Kunden liefern.
Wenn wir nicht gemeinsam diese Messproblematik lösen, wird der Ruf unserer Branche – und damit ihr Wachstum – gefährdet sein.”

Für die Studie befragte Kantar Media mehr als 5.000 Nutzer in fünf Ländern.

Native-Partnerschaft für Adyoulike und Sizmek

Die Native Ad-Plattform Adyoulike schließt sich mit Sizmek für eine strategische Partnerschaft zusammen. Die Integration soll Werbetreibenden helfen, personalisierte native Werbekampagnen auszuliefern, und dies auf der Basis von Sizmeks StrikeAd, einer mobil-first programmatischen Medienlösung.

Im Gegenzug liefert die Adyoulike SSP im OpenRTB 2.3 Standardprotokoll native In-Feed-Inhalte, um programmgesteuert in StrikeAd integriert zu werden. Der native Inventaraustausch von StrikeAd bietet ein neues Netzwerk von Verlagen, das bisher nicht verfügbar war.

Francis Turner, MD US, Adyoulike

“Da sich die Branche zunehmend in Richtung Mobile und Native verlagert, ist es entscheidend, dass die Anzeigen den Zielgruppen angemessen ausgeliefert werden. Auf dem europäischen Markt ist diese Personalisierung und Anpassung entscheidend für die Kundengewinnung und -bindung. Deshalb sind Sizmek und seine StrikeAd-Plattform perfekt für uns”, erklärt Francis Turner, MD US, Adyoulike, im Gespräch mit ExchangeWire.

Sizmek und Adyoulike hoffen, ihre globale Reichweite über die Partnerschaft zu erweitern. Turner: “Sie ermöglicht Markenvermarktern, Agenturen, Publishers und Trading Desks Anzeigen einzurichten und auszuliefern, um Audiences in der ganzen Welt zu erreichen, und zwar sowohl programmatisch als auch direkt. Dank dieser Partnerschaft erreichen sie mit programmatischer Technologie mehr Publisher weltweit, um so zielgerichtet native In-Feed-Werbung einzustellen. “

“Die native Werbung verwandelt das digitale Ökosystem. Unsere Partnerschaft sorgt dafür, dass wir an der Spitze dieser Evolution stehen”, fügt Andrew Morsy, Managing Director UK, Sizmek hinzu. “Indem Werbetreibende und Agenturen personalisierte, native In-Feed-Ads über ein expansives Netzwerk von Publishern zur Verfügung stellen, eröffnet die Partnerschaft eine neue Welt der Möglichkeiten für gezielte, effektive, messbare und ansprechende Kampagnen.”

 

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