BVDW fordert europäisches CfBA-Chapter; Meetrics erweitert MRC-Akkreditierung

ExchangeWire bündelt jede Woche die wichtigsten Nachrichten aus der Region DACH. Diese Woche: BVDW kritisiert Coalition for Better Ads-Initiative und fordert europäische Interessenvertretung; Meetrics erweitert MRC-Akkreditierung; und Burda Forward weist ungültigen Traffic aus.

BVDW kritisiert “Coalition for Better Ads”-Initiative

Der offene Brief der US-Branchenverbände 4A’s, ANA und IAB US, die sich für ein zentrales „Better Ads Experience Program” aussprechen, haben der BVDW und OWM mit Kritik aufgenommen. Während die deutschen Verbände den Versuch begrüßen, die Ursachen von Ad-Blocking anzugehen und programmatische Onlinewerbung grundsätzlich anzuschieben, sprachen sich die Deutschen gegen das Better-Ad-Experience-Programm aus.

Der Stein des Anstoßes: Das in den USA basierte Better Ad Experience Programm als Kontrollinstanz für Online-Werbeformate weltweit – was effektiv die kostenpflichtige Zertifizierung und die Kontrolle durch ein in den USA ansässiges Gremium darstellt. Als konstruktiven Gegenvorschlag nennen BVDW und OWM die Einrichtung eines europäischen Chapters der Coalition for Better Ads, das die regionale Expertise bündeln, unabhängige Entscheidungsprozesse umsetzen und mit einem eigenständigen Budget etabliert werden soll.

BVDW-Vizepräsident Thomas Duhr glaubt, dass die Interessen und Anforderungen der europäischen Märkte von der Koalition nicht berücksichtigt wurden. Ein Prozess, der von den Amerikanern selbst etabliert wurde, ist nicht der richtige Ansatz, um Lösungen zu entwickeln, die auf jedem Markt der Welt zum Einsatz kommen: „Europas Regionen unterscheiden sich kulturell und damit in ihrer Wahrnehmung und ihrem Empfinden gegenüber Werbung wesentlich voneinander. Diese Unterschiede müssen berücksichtigt werden.”

OWM-Vorsitzende Tina Beuchler: „Es dürfen sich keine Gatekeeper herauskristallisieren, die – auch wenn sie mit besten Absichten agieren – zu einem späteren Zeitpunkt ihre Vormachtstellung ausnutzen könnten. Dafür ist das gemeinsame Ziel zu wichtig.”

Meetrics wird erneut MRC-akkreditiert

Der Ad Verification Anbieter Meetrics ist bereits vom US-amerikanischen Media Rating Council in Sachen Desktop Viewable Impressions und Viewability für Display- und Video-Ads akkreditiert. Nun wird die Akkreditierung ausgeweitet: Die Expertise der Berliner hinsichtlich ihrer Lösung zum Erkennen und Verhindern von Ad Fraud wird vom MRC mit der Akkreditierung „Sophisticated Invalid Traffic detection and filtration functionality for Desktop & Mobile Web traffic” versehen.

Philipp von Hilgers, Meetrics

Für Meetrics sei das Gütesiegel des Branchenverbandes ein weiterer Schritt vorwärts, so Philipp von Hilgers, Mitgründer und Geschäftsführer, Meetrics. „Die zusätzlichen Akkreditierungen stellen einen neuen Meilenstein dar. Werbetreibende fordern den höchstmöglichen Standard und der strenge Überprüfungsprozess des MRC ist ein Beweis für die Zuverlässigkeit der Ad Attention Suite von Meetrics für diese akkreditierten Metriken.“

Über die Ad Attention Manager Suite von Meetrics können Werbetreibende die Qualität ihrer Anzeigen mit Hilfe von Viewability Check, Ad Fraud Prevention, Audience Measurement und Brand Safety-Überprüfung kontrollieren.

Burda Forward lässt sich messen

Mehr Transparenz verspricht der programmatische Werbe-Arm der Burda-Mediengruppe. Der Vermarkter der Burda Forward will ab sofort auch die ungültigen Klicks in seinen Analytics ausweisen und damit sein Werbenetzwerk transparenter machen.

Den Ad Traffic lässt Burda Forward von den drei Mess-Anbietern Integral Ad Science, Meetrics und Moat messen. Hauptdienstleister ist dabei Moat, der die Sichtbarkeitsmessung der Werbemittel durchführt und die Invalid Traffic-Werte ausweist. Zusätzlich liefern Meetrics und Integral Ad Science die Durchschnittswerte der im BurdaForward Netzwerk gelaufenen Kampagnen.

Ungültige Klicks werden außerdem mit Hilfe von Google im Auge behalten: „Auch wir können natürlich das Auftreten von Invalide Traffic nicht verhindern, wir beobachten die Entwicklung in unserem Netzwerk aufmerksam und neben der kontinuierlichen Messung durch unseren Partner Moat, setzen wir auf die umfangreichen Möglichkeiten von Googles Fraud Detection. Unser Adsystem (Google Doubleclick DFP) analysiert und bereinigt gelieferte Ad Impressions noch bis zu 12 Stunden am Folgetag. Wenn unser Team einen auffällig hohen IVT Wert erkennt, liefern wir in Absprache mit dem Kunden natürlich gern nach”, so das Unternehmen.

Die Viewability-Rate liege jedoch bei Burda Forward „deutlich über dem Marktdurchschnitt”, mit Invalid Traffic-Raten zwischen 1,55% laut Moat und 0,23% (Integral Ad Science).

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